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Politische Börse mit langen Beinen
19.03.2025 | Austria Börsenbrief Nr. 12/2025„Politische Börsen haben kurze Beine“, heißt es für gewöhnlich, wenn es um den Umstand geht, dass politische Ereignisse meist keine allzu große und auch keine allzu lang anhaltende Wirkung auf die Börsenentwicklung haben. Eine seltene Ausnahme zu dieser Regel – zumindest in Hinsicht auf die Entwicklung deutscher Nebenwerte – dürfte aktuell die durchaus historisch zu nennende Abstimmung am Dienstagnachmittag im deutschen Bundestag über eine Grundgesetzänderung darstellen, welche Hunderte Milliarden Euro Schulden zur Finanzierung von Ausgaben für Sicherheit und Infrastruktur ermöglichen wird. Mithilfe der Grünen hat das von Union und SPD initiierte Finanzpaket im Bundestag die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht. Am Freitag muss zwar noch der Bundesrat zustimmen, aber dies wird als überwiegend wahrscheinlich angesehen. Deutsche Nebenwerte hatten bereits zuletzt zu einer ordentlichen Rallye angesetzt, wobei hier insbesondere die Entwicklung des SDax (ISIN DE0009653386) positiv herausstach. Dies ist nachvollziehbar, denn insbesondere Unternehmen, die auch stark an der Entwicklung der deutschen Wirtschaft hängen, sollten besonders profitieren. Während Dax-Unternehmen aber nur noch 18% ihres Umsatzes in Deutschland erwirtschaften, liegt der entsprechende Anteil der MDax-Unternehmen bei rund 28%, im SDax aber bei rund 43%. Abseits des Umsatzanteils, der in Deutschland getätigt wird, ist für die Einzeltitelselektion noch wichtiger zu bedenken, wie nah die entsprechenden Unternehmen an den konkreten Honigtöpfen der künftig fließenden öffentlichen Gelder aufgestellt sind. Unternehmen aus den Bereichen Verteidigung, Infrastruktur und Digitalisierung werden direkt profitieren, wogegen zum Beispiel konsumnahe Titel wohl nur über die indirekten Auswirkungen partizipieren werden.
Vor dem Hintergrund der zu erwartenden erheblichen wirtschaftlichen Effekte aus den zu erwartenden neuen Ausgabenprogrammen haben die Analysten von Warburg Research vergangene Woche unter dem Titel „Government Spending Bazooka: “Whatever it takes” – Germany is back“ in einer Sonderstudie eine Liste von Unternehmen zusammengestellt, die besonders profitieren sollten. Dabei kamen aus der gesamten Warburg-Coverage von über 200 Unternehmen immerhin 33 Titel zusammen, darunter zwei unserer Musterdepottitel, aber auch einige andere unserer Favoriten wie Fabasoft (ISIN AT0000785407 – Euro 17,85), Hornbach Holding (ISIN DE0006083405 – Euro 85,80), KSB (VZ, ISIN DE0006292030 – Euro 808,00) und Wacker Neuson (ISIN DE000WACK012 – Euro 21,50). Ein auffälliger Schwerpunkt der Liste liegt auf Software/ITTitel, von denen immerhin sieben Vertreter auf der Liste zu finden sind. Vor dem Hintergrund, dass künftig erheblich mehr Geld in die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung fließen wird, macht es aus unserer Sicht auch Sinn, dass ausgewählte Vertreter dieser Branche zu den größten Profiteuren gehören sollten.
Die beiden Software/IT-Titel der Auswahlliste, denen mit Abstand das höchste Kurspotenzial zugemessen wird, sind adesso (ISIN DE000A0Z23Q5 – Euro 102,80) und Allgeier (ISIN DE000A2GS633 – Euro 19,50). Auch dieser Bewertung können wir folgen, denn beide Titel sind zum einen sehr günstig bewertet und warten zudem mit sehr hohen Umsatzanteilen in Deutschland auf. adesso generiert 83% und Allgeier 90% der Umsätze in Deutschland. Dazu kommt noch, dass bei beiden Unternehmen öffentliche Auftraggeber die wichtigste Kundengruppe darstellen, wobei hier insbesondere Allgeier mit rund 40% Umsatzanteil im Bereich öffentlich-rechtlicher Kunden ein enorm starkes Exposure im Bereich Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung hat. Aus unserer Sicht werden Allgeier und adesso insgesamt deutlich stärker von der zu erwartenden öffentlichen Ausgabenflut profitieren als einige andere Branchennachbarn wie beispielsweise eine GFT (ISIN DE0005800601 – Euro 21,65) oder eine Nagarro (ISIN DE000A3H2200 – Euro 75,30). Denn gemäß der letzten Geschäftsberichte erzielten GFT nur 13% und Nagarro nur 21% ihrer Umsätze in Deutschland. Folgerichtig fehlen beide Titel denn auch auf der Warburg-Liste zu den Profiteuren der „Government Spending Bazooka“. Deutscher IT-Titel ist eben nicht deutscher IT-Titel. Hier gilt es gründlich zu selektieren, was nur gelingen kann, wenn detailliert die jeweiligen Lösungsspektren sowie geographischen und branchenseitigen Aufstellungen analysiert werden.
Wir fühlen uns mit Allgeier und adesso in unserem Musterdepot bestmöglichst aufgestellt, um künftig von der öffentlichen Finanz-Bazooka zu profitieren. Grundsätzlich zeigen die jüngsten Marktbewegungen zudem, dass die lange Durststrecke der deutschen Nebenwerte tatsächlich höchstwahrscheinlich zu ihrem Ende gekommen ist und die ohnehin lange überfällige Aufholrallye hiesiger Small Caps eingeläutet sein dürfte.
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