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Austria Börsenbrief
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Energean: Geplatzter Deal führt zu neuer Dividendenpolitik

02.04.2025 | Austria Börsenbrief Nr. 14/2025

Der im östlichen Mittelmeer aktive Gasproduzent Energean Oil & Gas Plc. (ISIN GB00BG12Y042 – britische Pfund 8,84, Euro 10,30), mit Hauptaktivitäten vor der Küste Israels und in Ägypten, hat kürzlich eine bedeutende strategische Wendung erlebt. Die geplante Veräußerung des Asset-Portfolios in Ägypten, Italien und Kroatien an den Finanzinvestor Carlyle International Energy Partners wurde abgesagt, nachdem die notwendigen behördlichen Genehmigungen nicht rechtzeitig erteilt werden konnten.

Diese Entscheidung, die Vorstandschef Mathios Rigas als im besten Interesse aller Stakeholder einstufte, hat zwar kurzfristig zu einiger Kursvolatilität geführt, ändert aber nichts an der langfristigen Ausrichtung des Unternehmens. Energean bleibt ein führender unabhängiger Explorations- und Produktionsspezialist mit einem klaren Fokus auf Gas. Italien, Ägypten und Kroatien gehören weiterhin mit zu den Kernpfeilern der Geschäftstätigkeit und das Unternehmen plant, in diesen Ländern weitere Investitionen und Wertschöpfung voranzutreiben. Die Beibehaltung dieser Vermögenswerte führt zu einer deutlich optimistischeren Produktionsprognose für 2025. Energean erwartet nun eine Fördermenge zwischen 160.000 und 175.000 Barrel Öläquivalent pro Tag (kboe/d), was eine erhebliche Steigerung gegenüber der vorherigen Schätzung von 120.000 bis 130.000 kboe/d darstellt. Diese höhere Produktionserwartung, kombiniert mit der fortgesetzten Kontrolle über die Assets in Italien, Ägypten und Kroatien, führt zu einer geschätzten Wertsteigerung des Unternehmens um rund 700 Mio. US-Dollar sowie einem Anstieg des Nettovermögenswertes um 11%.

In Bezug auf die betriebene Kapitalrückzahlungspolitik kündigte Energean in Reaktion auf die veränderte Ausgangslage eine neue Strategie an. Die ursprünglich geplante Sonderdividende von 200 Mio. Dollar für 2025 wird voraussichtlich entfallen. Stattdessen plant das Unternehmen, zwischen 2025 und 2026 insgesamt 1 Mrd. Dollar an Dividenden auszuschütten. Die aktuelle vierteljährliche Dividende von 30 Cent pro Aktie bleibt bestehen.

Im Mai wird Energean im Rahmen seines Trading Updates detailliertere Produktions- und Finanzprognosen für 2025 sowie ein umfassendes Strategie-Update präsentieren. Investoren werden dabei insbesondere auf die erwarteten operativen Kosten (geschätzt 410 Mio. - 440 Mio. Dollar), die Investitionspläne (Entwicklung: 400 Mio. - 430 Mio. Dollar) und die Entwicklung der Nettoverschuldung (erwartete Spanne: 2,7 Mrd. - 2,9 Mrd. Dollar) achten. Eine Balance zu finden zwischen attraktiven Dividendenausschüttungen und einem soliden Schuldenmanagement dürfte mittelfristig entscheidend sein für die Aufrechterhaltung des Investorenvertrauens.

Trotz des geplatzten Deals sieht sich Energean mit seinen etablierten Standorten und den langfristigen Gaslieferverträgen in Israel im Wert von rund 20 Mrd. Dollar gut positioniert, um Werte für seine Aktionäre zu schaffen. Die kommende Strategiepräsentation wird zeigen, wie das Unternehmen mit der veränderten Situation konkret umgehen will. Bis dahin halten wir an dieser Position weiter fest.

Zur Erinnerung: Die abseits vom Musterdepot ausgesprochene Kaufempfehlung erfolgte in Ausgabe 13/22 zu Kursen von 11,05 Pfund bzw. 13,50 Euro. Unter Einbeziehung der seitdem vereinnahmten Bruttodividenden von kumuliert 3,30 Dollar (umgerechnet aktuell 3,05 Euro) je Aktie ergeben sich momentan kleinere Buchverluste. Findet der Vorstand aber eine gute Lösung unter der veränderten Ausgangslage, besteht die Chance, dass die Gesamtperformance mittelfristig wieder positiv ausfällt. Neben einem erfolgreichen operativen Management muss dazu aber natürlich auch der Gaspreis mitspielen – das heißt, er darf nicht dauerhaft nachgeben.

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